Bluthochdruck

Bluthochdruck  

Vortrag bei den

Diabetikern Hainburg

 am 20. April 2006

von Frau OA. Dr. Helga Strauss-Steurer

Interne Abteilung

Krankenhaus der Barmherzigen Brüder

Eisenstadt

 

Wer ist für Ihre Gesundheit verantwortlich ?

 

·        Arzt ( 36 – 44 % )

·        Sozialversicherung ( 20 % )

·        Gesundheitsminister ( 10 % )

·        Selbst ( 22 % )

 

Bluthochdruck in Österreich

 

·        Ca.  25% der Bevölkerung, ab 60 Jahren 50 %, d.h. es

     gibt rund 2 Mill. Hypertoniker in Österreich

·        Ca. nur 50-70% ist Erkrankung bekannt, davon nur
die Hälfte behandelt, davon nur 50% ausreichend.

·        Nur ca. ¼  der Bluthochdruckpatienten sind gut eingestellt !!

2003 wurden in Österreich
292 Mio. Euro
für Herz/Kreislauf- und blutdrucksenkende
Medikamente ausgegeben !

Folgen des Bluthochdruckes

 

·        Hirn:  Schlaganfall, Hirnblutung, Demenz, Alzheimer

·        Herz: Verdickung des Herzens, Herschwäche,
Herzinfarkt, Rhythmusstörungen

·        Niere:  Nierenschwäche, Schrumpfung, Dialyse

·        Auge:  Sehstörungen

·        Blutgefäße:  „Verkalkungen“, z.B. Durchblutungsstörungen
der  Beine, Potenzstörungen, Aortenruptur

 

Schlaganfall in Österreich

 

·        20 000 Schlaganfälle pro Jahr

·        25% sind tödlich

·        Nach 6 Monaten 48% noch halbseitig gelähmt

·        22% können noch immer nicht gehen

·        bis zu 18% leiden noch an einer Sprachstörung

 
 

Ursachen von Gefäßverkalkung

 

·        Bluthochdruck

·        Erhöhtes Cholesterin

·        Diabetes mellitus

·        Rauchen

·        Familiäre Neigung

·        Übergewicht

·        und vieles andere mehr.

 

Was können wir erreichen ?

 

·        Reduktion der Schlaganfälle um ca. 42 %

·        Reduktion der Herzschwäche um ca. 50 %

·        Reduktion des Herzinfarkts um ca. 27 %

·        Fortschreiten der Nierenschwäche um ca. 50 %

 

Bluthochdruck – Klassifikation

 

Tabelle 1. Definitionen und Klassifikation  der Blutdruckwerte (mm Hg.)

 

Kategorie                                           Systolisch              Diastolisch

 

Optimal                                                  <120                       <80

Normal                                               120-129                    80-40

Normal-hoch                                      130-139                    85-89

Stufe 1 Hypertonie (leicht                  140-159                    90-99

Stufe 2 Hypertonie                            160-179                  100-109

Stufe 3  Hypertonie  (schwer)            >180                        >110

Isolierte systolische Hypertonie         >140                        <90 

 

Diagnostik des Bluthochdruckes

 

·        Gelegenheitsmesseung (z.B. beim HA)

·        Blutdruck-Selbstmessung

·        24 bzw. 48-Stunden Blutdruckmessung

 

 

Blutdruckselbstmessung

 

·        Nur maximal 20 % aller gemessenen Werte dürfen

über 135/85 liegen! (entspricht 6 von 30 Messungen)

 

 

Ziel- Blutdruck-Werte

 

·        In der Selbstmessung sollten 80% unter 135/85 mm Hg liegen

·        bei Diabetes                            <130/85 mm Hg

·        bei Nierenschwäche                <125/75 mm Hg

 

Ursachen des Bluthochdruckes

 

·        Innere Faktoren: Vererbung, genestische Neigung

·        Äussere Faktoren: Übergewicht, Bewegungsmangel, hoher
Kochsalzkonsum, Rauchen, Alkohol, Reizüberflutung, Stress,
psychische und soziale Faktoren, usw.

·        95% der Hochdruckkranken gehören in diese Gruppe !
In 5% andere (=sekundäre) Ursachen

·        Nierengefäß-und gewebserkrankungen

·        Nebennierenerkrankungen: Tumore

·        Schilddrüsenerkrankungen: Über-u.Unterfunktion

·        Seltene Herzerkrankungen: Aortenisthmusstenose,AI

·        Medikamente: Kortison, Pille, Rheumamedikamente, Kokain

·        Sehr selten: neurolog. Erkrankungen, Bluterkrankungen,
Schwangerschaft

 

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

 

·        Gewichtsnormalisierung

·        Kochsalzreduktion

·        Körperliche Aktivität

·        Gesunde Ernährung

·        Alkohol-, Nikotinkarenz

·        Stressreduktion

Medikamentöse Therapie

Zielwerte  erreichbar mit:

·        Monotherapie  in ca. 30%

·        2er  Kombination in ca. 70-85%

·        3er Kombination in >90%

 

Weitere Risikofaktoren

Folgen des Bluthochdruckes

 

·        Herz: Schwäche, Infarkt

·        Hirn:   Schlaganfall, Blutung

·        Gefässe:  gestörte Durchblutung

·        Niere:  Nierenversagen

·        Augen:  Sehstörungen

 

Weitere Risikofaktoren

Folgen des Bluthochdruckes                              Folgen des Diabetes

 

·        Herz: Schwäche, Infarkt

·        Hirn:  Schlaganfall, Blutung

·        Gefässe:  gestörte Durchblutung

·        Niere:  Nierenversagen

·        Augen:  Sehstörungen

 

Folgen hoher Blutfette

 

Weitere Risikofaktoren

 

Folgen des Bluthochdruckes                             Folgen des Diabetes

 

·        Herz:  Schwäche, Infarkt

·        Hirn:  Schlaganfall, Blutung

·        Gefässe:  gestörte Durchblutung

·        Niere:  Nierenversagen

·        Augen:  Sehstörungen

 

Folgen hoher Blutfette                                      Folgen des Rauchens

 

 

Bluthochdruck und Rauchen

 

„Ein Mensch ist so alt wie seine  Gefäße“

 

Blutgefäßalter = Lebensalter + Raucherjahre

 

 

Bluthochdruck und Diabetes

 

·        Bluthochdruck bei Diabetikern  2 x häufiger, als in der

     übrigen Bevölkerung, d. h. jeder 2. Diabetiker hat

     auch einen erhöhten Blutdruck

·        Größer Profit von Blutdruck-Senkung als Nicht-Diabetiker

·        strengere Blutdruck-Einstellung:<130/85mm Hg

·        Blutdruck ist Hauptfaktor für das Fortschreiten des

     diabetischen Nierenschadens


  

 

Unzureichende Blutdruckeinstellung

 

          Was/Wer ist schuld daran?

·      Arzt

 

Arzt schuld?

·        Wenig Zeit, um Patienten gut zu informieren

·        Unterschätzung des Problems

·        Angst, den Pat. zu  verlieren (Allgemeinmaßnahmen,

Therapie ) oder Pat. zu schaden

  

 

        Was/Wer ist schuld daran

·      Arzt

·      Patient

 

Schlechte Patienten-Compliance

 

·        Fehlendes Krankheitsgefühl und damit mangelnde Einsicht

·        Vergessen oder absichtliches Weglassen der Einnahme

     Eigenmächtige Dosisänderung, vorzeitiger Therapieabbruch

·        Nebenwirkungen

·        Gleichzeitige Gabe anderer Medikamente

·        Fehlende Begleitmaßnahmen (Adipositas, Salz, Alkohol, Nikotin )

·        Zuwenig Information über Erkrankung, Folgen, Therapie,

    Kontrollen und Therapieziele

„Medication Event Monitoring System“

 

Einnahme zur                                       1,3 % !!!

vorgeschriebenen Zeit

 

66 % der Patienten                               < 80% der Medikamente

 

36 % der Patienten                               < 50% der Medikamente

 

Bei 1 Tablette                                       ca. 86% der Patienten

 

Bei 4 Tabletten                                     ca. 26% der Patienten

 

 

Was/Wer ist schuld daran?

·      Arzt

·      Patient

·      Therapie

 

Normaler Blutdruck erreichbar mit:

 

·        Monotherapie in ca. 30 %

·        2er Kombination in ca. 70 – 85 %

·        3er Kombination in > 90 %

 

 

Was/Wer ist schuld daran?

·      Arzt

·      Patient

·      Therapie

·      Erkrankung

 

Häufige Missverständnisse und Fragen

 

·        „ mein Blutdruck schwankt so….“

Blutdruckverhalten

 

Unser Blutdruck ist eine sehr schwankende Größe!

 

1.    Wert = systolischer Wert um 50-80 mm HG

2.    Wert = diastolischer Wert um 30-50 mm HG

             Während eines Tages

 

Häufige Missverständisse und Fragen

 

·        „mein Blutdruck schwankt so….“

·        „ich nehme mein Medikament nur, wenn der Blutdruck hoch ist…“

·        „ich hab schon alles probiert…“

·        „ich vertrage keine Blutdruckmedikamente..“

·        „ich nehme 1 Medikament-trotzdem ist mein Blutdruck zu hoch…“

·        „Mein Blutdruck hat sich unter Therapie normalisiert, daher

      nehme ich keine Medikamente mehr…“

·        „Ich habe die Medikamente nicht genommen, weil am

      Beipackzettel so viele Nebenwirkungen angeführt sind…“

·        „Ich habe Angst, dass mir die Medikamente auf

      <die Leber gehen>…“

·        „Mein 2. Wert ist niedrig – muss ich trotzdem mein

      Medikament nehmen ?“

·        „Jetzt nehme ich die Pulver schon seit 1 Woche, und mein

      Blutdruck ist noch immer erhöht…“

·        „ Wenn mein Blutdruck sehr hoch ist, nehme ich ein Medikament

      von meinem Gatten…“

·        „Ist der 1. oder 2. Wert gefährlicher ?“

·        Mein Blutdruck ist nur beim Arzt hoch…“

·        „Mein Mann hat auch einen hohen Blutdruck, aber er geht

      nicht   zum Arzt…“

·        „Mein Blutdruckapparat dürfte nicht funktionieren…“

·        „Wie schauts mit Kaffeetrinken aus ?“

·        „Darf ich in die Sauna gehen ?“

 

 

Lebenstiländerung

 

·        Gewichtsreduktion v.ca. 10 kg……………..5-20 mmHG

·        Gesunde,“mediterrane“ Kost……………….8-14 mmHG

·        Kochsalzreduktion…………………………...2-8 mmHG

·        Regelmäßige Bewegung ( 3x wö )………..4-9 mmHG

·        Reduktion des Alkoholkonsums…………..2-4 mmHG

·        Nikotinkarenz

·        Stressabbau

·        1 blutdrucksenkendes Medikament……….10 mmHG

 

 

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

und Ihr Interesse

Dr. Helga Strauss-Steurer

 

Wir danken Frau Dr. Helga Strauss-Steurer für den sehr

interessanten Vortrag.

 

Walter Tesch

 

Drmed, Helga Strauss-Steurer

Ord.: Di.16-19 u. nach tel. Voranmeldung 02162-655 88

Kirchengasse 17,Stg.1

Bruck/Leitha