Medikamente und Diabetes

Vortrag von Frau Mag. Sylvia Weißenbacher

MED TRUST

bei den Diabetikern Hainburg am 18.5.06

 

Wenn durch Bewegung und Ernährung keine dauerhafte Senkung des 

Blutzuckers erreicht werden kann, müssen Medikamente eingenommen werden

ORALE ANTIDIABETIKA

INSULIN

° Sulfonylharnstoffe:

Euglucon, Glucobene, Normoglucon, Diamicron, Amaryl, Glurenorm.

° Biguanide ( Metformin) : Diabetex, Glucophage.

° Acarbose : Glucobay, Distabol

° Glitazone : Avandia, Avandamet, Actos

° Glinide : Novonorm

° Wie alle anderen Medikamente können diese oralen Antidiabetika auch Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder 
Alkohol
hervorrufen

 

Wirkungen von Sulfonylharnstoffen

° Setzen Insulin aus den Betazellen der Bauchspeichel drüse frei, d.h. sie können nur wirken, wenn die körper eigene Insulinproduktion noch vorhanden ist

° Erhöhen die Ansprechbarkeit auf den physiologischen Glukosereiz

 

Nebenwirkungen von Sulfonylharnstoffen

° Appetitlosigkeit, Übelkeit

° Blutbildveränderungen

° Allergische Erscheinungen

° Hypoglykämien, v.a. bei Kombination mit Alkohol oder bei Niereninsuffizienz

 

Wechselwirkungen von Sulfonylharnstoffen

° Gerinnungshemmer:  blutzuckersenkende Wirkung verstärkt   … Hypogefahr

° Alkohol : Wirkung durch Alkohol verstärkt und verlängert, Alkohol selbst wirkt 
auch hemmend auf die Glukoneogenese und
daher blutzuckersenkend !

° Glukocorticoide:

Blutzuckersenkende Wirkung verringert…Hyperglykämien möglich, Blutzucker 
muss sorgfältig überwacht werden;

Glukocorticoide meist nur kurzfristig gegeben, meist muss Dosis des blutzuckersenkenden Mittels erhöht werden

° Salicylate:

Acetylsalicylsäure ( Aspirin ! ) verstärkt die blutzuckersenkende

Wirkung… Hypogefahr !!

Besser ausweichen auf Paracetamol bei leichteren Schmerz zuständen oder Fieber

° Sulfonamide :

z.B. Trimethoprim, Antibiotikum gegen Harnwegserkrankungen,

Wirkungsverstärkung…Hypogefahr ! 
Risiko erhöht  bei höherem Alter,Niereninsuffizient und schlechtem Ernährungszustand

Wirkung von Metformin

° Keine Wirkung beim Nicht-Diabetiker

° Oft kombiniert mit Sulfonylharnstoffen oder auch Insulin

° Keine Hypogefahr !

° Oft verwendet, wenn Sulfonylharnstoffe nicht vertragen werden

 

Nebenwirkungen von Metformin

° Häufig Magen-/ Darmbeschwerden wie Übelkeit, Durchfall

° Blutbildveränderungen

° Übersäuerung durch Abbauprodukte, die der Körper nicht ausscheiden
 kann ( Laktatazidose )

 

Wechselwirkungen von Metformin

° Alkohol !!!

Wirkung von Metformin kann verstärkt werden… Hypogefahr !

Körper kann lebensbedrohlich durch Abbauprodukte übersäuert werden 
( Laktatazidose )

° Glukokortikoide, Schilddrüsenhormone und Sympathomimetika 
( z.B. Asthmamittel ) senken die blutzucker senkende Wirkung von Metformin

 

Insulin

° Meist kommt es durch falsche Insulindosierung zu Hypo – oder Hyperglykämie

° Insulinbedarf kann sich ändern durch viele Faktoren,

- Bewegung

- Krankheit

- Änderung des Körpergewichts

- Medikamente etc,

° Wirkungsverstärkung durch

- Betablocker

- Best. Zytostatika (Krebstherapeutika)

° Wirkungsverminderung durch

- Glukokortikoide

- Schilddrüsenhormone

- Sympathomimetika (z.B. Asthmamittel)

 

Fazit

° Erkundigen Sie sich bei einem neu verschriebenen Medikament bei Ihrem Arzt oder Apotheker, ob eine Wechselwirkung mit Ihren derzeitigen Medikamente n
zu erwarten ist

° Zuckersenkende Wirkung kann verstärkt (Hypogefahr) oder vermindert sein (Hypergefahr)

° Müssen Sie ein Medikament einnehmen, das eine Beeinflussung des Blutzuckerspiegels erwarten lässt, sollten Sie Ihren Blutzucker häufiger als üblich kontrollieren

° Ggf. muss die Dosis des blutzuckersenkenden Mittels angepasst werden

 

Danke für Ihre Aufmerksamkeit !

 

Danke an Frau Mag. Sylvia Weißenbacher , für den hervorragenden Vortrag

 

Walter Tesch, Obmann