Vortrag Pumpe

 

Insulinpumpe – Warum ?

ein Vortrag von Herrn Dipl. Chem. Hans Peter Feix

beim Diabetiker Hainburg Selbsthilfeverein im Festsaal des

Rot Kreuz Hauses Hainburg/Donau am 19.1.2006

 

Worin besteht der Vorteil der Insulin-pumpentherapie (CSII) 

 

Die CSII ist z. Zt. Neben der CIPII  die natürlichste Form der Insulinapplikation. Beim Nichtdiabetiker erfolgt die Insulinsekretion pulsatil in den Pfortaderkreislauf. Bei der CSII werden für die basale Grundversorgung kleinste Mengen an Insulin , elektronisch gesteuert im 3 – Minutentakt, pulsatil in das subcutane Gewebe abgegeben. Der prandiale Teil wird per Knopfdruck individuell abgegeben.

 

Worin besteht der Hauptnachteil der Basis – Bolus Therapie ?    

In der Regel spritzt der Diabetiker 1 – 2 mal täglich ein Verzögerungsinsulin zur Abdeckung des basalen Insulinbedarfs. Das Problem : der Patient ist gezwungen, Änderungen durch sog. Korrektur – BE`s   bzw. körperliche Beanspruchung auszugleichen – das Insulin lässt sich nicht mehr herausschneiden ! Die CSII ist dagegen in der Lage, die stündliche Basalrate in o,1 – Einheiten – Schritten, entsprechend des individuellen Bedarfs , einzustellen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit der temporären Absenkung bzw. Erhöhung der Basalrate ( 0-200% ).

 

Noch ein Problem !

Therapieformen des Diabetes

Vorteile der Pumpentherapie

 

Innerhalb weniger Stunden – zwischen 2 und 5 Uhr – wechselt der Körper aus dem Zustand der höchsten Insulinempfindlichkeit / des niedrigsten Insulinbedarfs in die Phase der höchsten Insulinunempfindlichkeit / des größten Insulinbedarfs.

Diese Änderung während der Nacht, die ausgeprägt sein kann, verläuft während des Schlafes und kann deshalb am besten mit einer Multibasalratenpumpe ausgeglichen werden.

 

Indikationen

 

1. erhöhter Nüchternblutzucker am Morgen

2. häufige, besonders nächtliche Hypoglykämien

3. verminderte Hypo – Wahrnehmung

4. schwer beherrschbare BZ-Schwankungen

5. niedriger Insulinbedarf (z.B. diabet. Nephropathie, Kinder)

6. stark wechselnder Tages- und Wochenrythmus

7. Diabetikerinnen vor ! und während der Schwangerschaft

 

nicht zuletzt :      Verhinderung diabetischer

                           Folgeerkrankungen (Kostenfaktor)

 

Kontraindikationen

 

1.   reduzierte intellektuelle Fähigkeiten

2.   unzuverlässige Patienten

3.   psychisch labile Patienten

4.   Alkohol- und Drogenabhängige Patienten

 

Warum hat der Patient Angst vor der Insulinpumpe ?

Haupteinwände :

„ Ich bin abhängig von einer Maschine“

„ Das ist jetzt noch nichts für mich – später….“

 

Lösung :

„ Ausprobieren “

Kontakt zu Pumpenträgern in Selbsthilfegruppen

Voraussetzung sollte die Beherrschung der Basis - Bolus – Therapie sein

Umfassende Schulung des Patienten

Bereitstellung von gutem Schulungsmaterial

 

Was sollte vorher geklärt werden ?

 

Der Patient muß motiviert sein !

Er muß regelmäßig den BZ kontrollieren !

Er muß dokumentieren und in der Lage sein,

die Stoffwechsellage zu interpretieren !

Er muß die Dosis-Anpassung beherrschen !

                                    …..dann ist der Erfolg sicher !

 

 Gibt es altersspezifische Besonderheiten ?

                                       Ja!

 

Kleinkinder beherrschen die Technik sofort; das psycho-soziale

Umfeld sollte aber abgeklärt sein. Die Basalraten unterscheiden

sich von denen adulter Patienten. Die Eingabetasten können

gesperrt werden.

 

Bei Jugendlichen zwischen ca. dem 13. und 16. Lebensjahr muß damit gerechnet werden, dass die CSII temporär abgebrochen wird.

 

Ältere Patienten müssen länger geschult werden, sind dafür aber gewissenhafter und beherrschen den Umgang mit der Technik in der Regel besser als die Spritztechnik.

 

              ……und vielen Dank für die Aufmerksamkeit !

                                       Ihr Hans-Peter Feix

 

 
Unsere 2 Pumpis
Walter Tesch bedankt sich bei Herrn Feix.