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Mag.
Ilona Urban
Klinische-und
Gesundheitspsychologin
e-mail: urban_il@hotmail.com Depressionen
sind Gemütskrankheiten, bei denen niedergeschlagene Stimmung,
Angstzustände, innere Unruhe sowie Schlafstörungen vorkommen. Das Denken
ist verlangsamt und dreht sich meistens um ein Thema, nämlich darum, wie
schlecht es einem geht, wie aussichtslos die derzeitige Situation und wie
hoffnungslos die Zukunft ist. Viele Patienten haben Angst, Schuldgefühle,
Versündigungsideen, die sich zu wahnhaften Zuständen steigern können,
und Grübelzwang, wobei fast zwanghaft immer wieder über die gleichen
negativen Gedanken nach
gedacht wird. Depressive Menschen haben Einschlaf- oder
Durchschlafstörungen. Sie leiden häufig am frühen Erwachen und unter
Appetit- und Gewichtsverlust. Ungefähr
20 % aller Diabetiker weisen Zeichen der Depression auf. Psychische
Probleme wurden früher vor
allem bei jugendlichen Typ-1-Diabetikern in der Pubertät beschrieben und
im Besonderen als Reaktion auf die
chronische Erkrankung gewertet. Zunehmend wurde nun beobachtet, dass auch
Typ-2-Diabetiker häufiger als
Stoffwechselgesunde an Depressionen leiden. Unklar war lange Zeit, ob die
Depression bzw. depressiven
Symptome lediglich die Folge des Diabetes sind oder der Manifestation des
Diabetes vorausgehen und
damit zur Entstehung der Stoffwechselkrnkheit beitragen können.
Mittlerweile geht man von der Annahme aus,
dass Drpression sowohl als Ursache als auch reaktives Verhalten auf den
Diabetes gesehen werden kann.
Tatsache ist, dass sowohl Typ 1 als auch Typ 2 Diabetiker gegenüber der
Normalbevölkerung ein um den
Faktor 2 erhöhtes Risiko haben, an einer Depression zu erkranken. Es
ist daher besonders wichtig, dass Betroffene Hilfe in Anspruch nehmen.
Diese Hilfe kann der Arzt und/
oder Psychotherapeut leisten und in weiterer Folge führt dies
wiederum zu einer Verbesserung der
diabetischen Stoffwechseleinstellung. Aber auch die Betroffenen selbst,
können etwas gegen ihre Depressionen
tun. Wichtig ist beispielsweise,......dass man sich nur kleine
überschaubare Ziele setzt;..dass man jene Aufgaben
verrichtet, die man gut kann und sicher erreicht;...dass man auch das
Erreichen kleiner Ziele als ersten Erfolg
sieht,...dass man sich mit Dingen beschäftigt, die man gerne
macht;...dass man sich so viel wie möglich
körperlich betätigt;...dass man jeden Tag im voraus plant;..dass man
eine Liste von eher leicht angenehmen
täglichen Routineaufgaben anlegt und diese im Stundenplan
abarbeitet;..dass man sich gesund ernährt. Angehörige
von Betroffenen wissen oft nicht, wie sie sich Depressiven gegenüber
verhalten sollen. Wie
wichtig wäre es zum Beispiel,...dass Angehörige die Depression als
Krankheit akzeptieren und den Betroffenen
nicht als faul oder arbeitsscheu sehen;...dass Angehörige den Betroffenen
zuhören anstatt Ratschläge zu
erteilen;...dass sie den Depressiven nicht das Gefühl von Schuld und Last
geben;...dass sie ihn bei wichtigen
Entscheidungen helfen;...dass sie nicht an den Willen des Betroffenen
appellieren-es ist sinnlos den Patienten
aufzufordern sich zusammenzureißen!...dass sie Selbstmordankündigungen
ernst nehmen und den Arzt oder
die Rettung rufen.
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